Reifenwechsel? Das kann ich auch!

Reifenwechsel
 

Der nasskalte Herbst bewegt sich immer schneller in unsere Richtung. Um böse Überraschungen zu vermeiden, solltest du – falls du es noch nicht getan hast – so bald wie möglich deine Reifen wechseln. Wenn du dir den Weg zur Werkstatt sparen willst, kannst du den Reifenwechsel sogar alleine durchführen. Erfahre hier, wie’s geht!

Die Vorarbeit

Bevor du irgendwas an deinen Reifen oder Rädern machst, solltest du einen Gang einlegen und die Handbremse ziehen. So vermeidest du nämlich zunächst einmal, dass dir dein Wagen über die Hand rollt oder sonst irgendwelche Faxen macht.

Was das Werkzeug betrifft solltest du dir zumindest einen einfachen Wagenheber und einen Schraubschlüssel bereithalten. Generell ist es durchaus sinnvoll, diese Basics immer bereitzuhalten, falls mal ein spontaner Reifenwechsel nötig sein sollte. Mit einem Schlagschrauber und einem hydraulischen Rangierwagenheber kannst du dir den Vorgang jedoch noch weiter vereinfachen.

Wenn du auch die neuen Reifen parat hast und dir den ausgesucht hast, mit dem du beginnen möchtest, kann es auch schon losgehen. Solltest du den Reifensatz vom Vorjahr nutzen, weil dieser nur wenig abgenutzt ist, solltest du darauf achten, dass du den ehemals linken hinteren Reifen nun links vorne anbringst. Dasselbe gilt für die andere Seite und auch bei den vorderen Reifen gehst du so vor.

Der Reifenwechsel

Beim Anheben des Fahrzeugs solltest du darauf achten, dass möglichst nicht zu viel Abstand zwischen Rad und Boden entsteht. Wenn du es nämlich zu hoch hebst, kann dies dazu führen, dass deine Konstruktion instabil wird. Auch ist es sinnvoll zuvor die Radschrauben zu lockern, da sie solange der Wagen noch vollen Bodenkontakt hat stabiler sind.

Anschließend löst du nacheinander mit dem Schlüssel – gegebenenfalls mit dem Schlagschrauber – die Radschrauben. Sobald dieser Schritt bewältigt ist, kannst du den Reifen aus seiner Halterung befreien und solltest nun mit einer Drahtbürste oder ähnlichem die Auflagefläche und gegebenenfalls die Schrauben von Rost befreien, damit dieser sich nicht weiter ausbreitet.

Zeit für Winterreifen!

Ist das alte Rad runter und das zuvor verrostete nun wieder sauber – sowie im Idealfall auf Schäden geprüft – kann der neue Reifen rauf. Am besten besorgst du dir hierfür einen Drehmomentschlüssel. Mit ihm fällt es nämlich wesentlich leichter, das vom Hersteller angegebene Drehmoment einzuhalten und somit für den idealen halt deiner neuen Reifen zu sorgen.

Du solltest die Schrauben zwar nicht zu lose, aber auch keinesfalls zu fest anziehen! Im Zweifelsfall trägt dein Wagen auf diese Weise nur Schäden davon. Da ist es besser, wenn du etwa alle 50-100 Kilometer die Radschrauben nochmal mit dem Drehmomentschlüssel gegencheckst. So stehst du nämlich auf der sicheren Seite.

Wiederholung und Anmerkungen

Den beschriebenen Vorgang zum Reifenwechsel kannst du nun auf alle vier Räder deines Wagens anwenden. Achte dabei aber bitte auf die Laufrichtung der einzelnen Räder, damit du sie nicht falsch herum aufziehst.

Außerdem solltest du bei Unsicherheiten eine Werkstatt aufsuchen und den Fachmann einen Blick drauf werfen lassen. Nur so kannst du als Laie gänzlich sicher sein, dass deine Räder dir den nötigen Halt geben.

Tipp: Infos zum vorgegebenen Drehmoment bekommst du entweder in der Vertragswerkstatt oder im Fahrzeughandbuch.

Der Umgang mit dem RDKS

Achtung! Beim Reifenwechsel musst du nicht nur auf die Größe und das Profil deiner Reifen Achten! Auch das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) spielt eine ungemein wichtige Rolle. Hierfür solltest du dich zunächst informieren, ob und welches RDKS dein Fahrzeug verwendet.

Sollte dein Wagen beispielsweise auf Daten eines indirekten Reifendruckkontrollsystems zurückgreifen, so musst du nach dem Reifenwechsel lediglich die Daten des Bordcomputers mit dem tatsächlichen neuen Reifendruck abgleichen und schon kannst du wieder weiter.

Beim direkten RDKS solltest du die Reifen dann doch lieber in einer Werkstatt wechseln lassen. Hier benötigst du für die Sensoren und weiteres nämlich Spezialwerkzeug und Fachwissen. Du könntest es dir aber auch vom Fachmann in der Werkstatt vorführen und erklären lassen, falls dieser es gestattet.

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