Problemkind A20 – Wie sieht’s aus?

Problemkind A20
Quelle: https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/die-a20-ist-der-ber-des-nordens-1030077410.html
 

Die meisten von euch werden es bereits mitbekommen haben: Ende September ist ein Stück der A20 bei Tribsees weggesackt. Wie das passieren konnte und warum die A20 dem Fiasko „BER“ nahe kommt, kannst du hier nachlesen. Außerdem versuchen wir der Frage nach dem weiteren Vorgehen in Sachen Einbruch auf den Zahn zu fühlen.

Die Aktuelle Lage

Der Abschnitt der A20 bei Tribsees wurde über einem Moor errichtet, welches nun – so scheint es – sein Opfer gefordert hat. Mit einer Länge von gut 60, einer Breite von 10 und einer Tiefe von durchschnittlich immerhin 2,5 Metern klafft die schmerzende Wunde auf der Fahrbahn in Richtung Rostock. Die entgegenkommende Fahrbahn befindet sich jedoch in Betrieb – zumindest noch.

Zwei Mal täglich wird momentan geprüft, ob auch für die Fahrbahn in Richtung Stettin die Gefahr besteht einzubrechen. Aktuell scheint eben das noch nicht der Fall zu sein. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Lage innerhalb der kommenden Tage und Wochen entwickelt.

Umgeleitet wird die Blechlawine derweil mit der U38 von Tribsees über Bad Sülze, Dattmannsdorf und Sanitz. Für die Anwohner bedeutet das Lärm sowie Stress durch den im Vergleich zu vorher enormen Verkehr. Doch wie konnte die Strecke der A20 einfach so absacken? Hätte man den Bau nicht den Umweltbedingungen anpassen müssen?

Die Fehler der A20

Der Schadensfall bei Tribsees ist nur einer von viel zu vielen. Bereits 2005 – unmittelbar nach Fertigstellung der A20 mussten Arbeiten am Fahrbahn-Belag einiger Teilabschnitte durchgeführt werden, da der dort ursprünglich verwendete „Brüllbeton“ zu laut war. Ein Jahr danach musste auch der Asphalt zwischen Lübeck und Schöneberg ausgebessert werden, da dieser bei Hitze bis zu 30 Zentimeter hohe Blasen warf.

So zieht sich die Geschichte der Autobahn bis heute. Denn billig ist nicht immer gleich billig. Die diversen Ausbesserungen und Baumaßnahmen an den verschiedenen Abschnitten der A20 schlagen dem Steuerzahler übel auf den Magen. Im Nervenraub kommt diese Autobahn somit dem Berliner Flughafen-Projekt BER sehr nahe.

Zum weiteren Verfahren

Noch ist unklar, wie es mit der A20 weitergehen soll. Ebenso unklar ist es, was es im Endeffekt den Steuerzahler kosten wird. Einige Stimmen lassen sogar zur A20 wie zum BER verlauten, dass es billiger sei, die Bauten abzureißen und neu zu errichten. Diesmal natürlich mit besserer Planung und entsprechender Ausführung.