Die Blitzerapp – Hilfe oder Hemmungskiller?

Blitzer, Bußgeld, Abzocke, Recht
 

Wir alle kennen sie, viele nutzen sie: die Blitzerapp.
Es gibt sie in diversen Arten und Versionen, doch was hat es tatsächlich mit diesem Gadget auf sich? Wie zuverlässig ist es überhaupt und wie sieht das Ganze auf rechtlicher Ebene aus?
Auf diese und andere Fragen möchte ich euch hier gerne Antworten geben.

Das Verkehrsgadget fürs Handy unter der Lupe

In allen Formen und Farben ist der kleine Verkehrshelfer mittlerweile in ganz Deutschland bekannt. Ist doch praktisch! Während der Fahrt kann man ganz entspannt den Tacho aus den Augen lassen und wird immer wieder rechtzeitig vom Smartphone über herannahende Radarfallen informiert. Aktionen wie der erst kürzlich stattgefundene Blitzermarathon und ähnliches können einem dann doch rein gar nichts mehr anhaben… oder?
Nun ja, erstmal zum Prinzip der meisten Anwendungen dieser Art: Blitzerapps beziehen ihre Infos in der Regel aus Nutzerdaten, also aus Meldungen, die andere Fahrer in die App einspeisen. Das kann natürlich hilfreich sein, wenn einer auf dem Weg zur Arbeit eine mobile Laserknarre entdeckt und ich – auf derselben Autobahn, Landstraße oder was auch immer – gerade noch rechtzeitig vom Pedal gehen kann bevor es blitzt. Im Radio kommen die Meldungen ja im Gegensatz dazu nicht hintereinander weg und falls ich mich jetzt zum Beispiel auf einer mir unbekannten Strecke befinde, sagen mir die Standorte der Dinger im Zweifelsfall auch eher so gar nichts.

Wie steht’s eigentlich mit der Zuverlässigkeit von Blitzer.de und Co.?

Wie gesagt bestehen die meisten anwendungsinternen Daten aus Nutzermeldungen. Alleine über die deutsche Infrastruktur verteilt befinden sich schon über 4.000 Starenkästen. So kann es also  beispielsweise sein, dass in dem gemeinsamen Meldesystem Blitzer gesetzt werden, die überhaupt nicht existieren. Oder aber es wird über bestehende gar nicht erst informiert.
Alleine in der Bundesrepublik sind etwa 10.000 mobile Messgeräte im Einsatz, die stetig ihre Position wechseln können. So zu 100% würde ich mich also an Stelle von Kurz- und Langstreckenrasern nicht immer auf das Smartphone Gadget verlassen.

Eine App in juristischer Grauzone

Laut Paragraph 23 der StVO ist das Führen von Geräten, die zur Anzeige von Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung bestimmt sind, untersagt. Sollte man sich nicht an diesen Abschnitt halten, so können Geldbußen bis zu 75€ sowie ein Punkt in Flensburg fällig werden. Damit liegt das Mitführen eines solchen Geräts im Bußgeldkatalog knapp über dem Halten eines Handys am Steuer, was wiederum mit „nur“ 60€ und einem Punkt geahndet wird.
Doch inwiefern betrifft diese Rechtsprechung die allseits beliebte Blitzerapp? Zum einen sind Geräte wie Smartphones und Navis – ja, auch einige Navigationssysteme haben integrierte Gadgets zu Warnung vor Radarfallen – nicht ausschließlich und vor allem nicht im Grundgedanken zum Erkennen von Blitzern und ähnlichem konstruiert, sondern haben andere Grundfunktionen. Vor allem was das Handy betrifft ist es gar nicht mal so einfach einen Verstoß nachzuweisen, denn im Ernstfall müsst ihr es nicht rausrücken. In der Regel sind auf Smartphones ja auch persönliche Daten gespeichert und eben darin liegt die wunderbare Lücke, denn im Rahmen einer Verkehrskontrolle oder ähnlichem kann dir absolut niemand die Nutzung einer Blitzerapp nachweisen.
Nun ja… zumindest in Deutschland.
In Tschechien beispielsweise ist da schon etwas mehr Vorsicht geboten, denn dort kann es richtig teuer werden. Dort darfst du, wenn du mit einer App oder einem Gerät zur Warnung vor dem gefürchteten Radar erwischt wirst, mal eben satte 200.000 Kronen – also 7300€ – latzen. Auch in anderen europäischen Ländern läuft man mit solchen kleinen Helfern sogar Gefahr inhaftiert zu werden, hier ist also besondere Vorsicht geboten! In Rumänien wiederum wird darüber nur lauthals gelacht, denn hier, sind die coolen Gadgets keineswegs verboten und können gänzlich offen im Fahrzeug mitgeführt werden.

Radarkontrolle, Abzocke

Was sagt ihr zur Blitzerapp? Top oder Flop?

Haltet ihr sie für hilfreich und sinnvoll genug, sie euch selbst zuzulegen oder nutzt ihr sie vielleicht sogar bereits? Auch wenn sie ja zugegebenermaßen recht nützlich sein kann, sollte man sich doch nicht allein darauf verlassen und zum Bleifuß mutieren. Diese Art Service ist also meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, kann jedoch gerade auf dem Weg zu Uni, Arbeit oder Arzttermin auch mal von Vorteil sein.