Der tägliche Rhythmus hinter den Tankstellenpreisen

 
Früher oder später muss es jeder Autofahrer tun: Tanken. Was wir allerdings nicht müssen, ist die extremen und scheinbar willkürlichen Preissprünge zu akzeptieren. Bis zu 14 Mal ändern sich die Tankstellenpreise pro Tag. Von dem ewigen Auf und Ab der Preise zeigen sich viele Autofahrer genervt. Das Abpassen der günstigsten Phase ist allerdings kein reines Glücksspiel. Wer das System der Tankstellen kennt, kann mächtig sparen. Der ADAC deckt auf.

 

In einer aktuellen Untersuchung hat der ADAC das Preisverhalten der fünf größten Markenanbieter (Shell, Aral, Esso, Total und Jet) untersucht und verglichen. Grundlage waren die Daten der Markttransparenzstelle für die Monate März, April und Mai. Eine derartige Detailuntersuchung gab es am Tankstellenmarkt so bisher noch nie. Die Studie zeigt dabei sehr ähnliche Muster bei allen Anbietern und dennoch große Unterschiede.

 

Jet drückt die Tankstellenpreise

Dass die wortwörtlich günstigste Zeit zum Tanken der frühe Abend ist, wissen viele Autofahrer. Im Durchschnitt zahlt man zwischen und 17 und 19Uhr am wenigsten. Das Timing ist hierbei aber wichtig, denn kurz danach springen die Preistafeln plötzlich um. Shell beispielsweise erhöht danach innerhalb von nur zwei Stunden den Benzinpreis um ganze 14 Cent. Shell ist dabei zwar das extremste Beispiel aber trotzdem keine Ausnahme, denn nach 19Uhr erhöhen alle fünf Markenanbieter sukzessiv die Preise. Jet zögert die Preiserhöhung am weitesten hinaus und erhöht erst gegen 23Uhr die Tankstellenpreise um etwa 9 Cent. Kurz davor entsteht die größte Spanne zwischen den Anbietern. Etwa um 22.30Uhr gibt es zwischen Jet und Shell einen Unterschied von 15 Cent pro Liter E10. Wer jetzt bei einem Tankvolumen von 40 Litern an die Zapfsäule fährt, kann also bis zu sechs Euro sparen. Bevor man also zur Zapfpistole greift, sollte man auf die Uhr schauen und auch einen Vergleich unter den Tankstellen nicht vergessen. Preise direkt vergleichen könnt ihr natürlich auch bei Drivelog.

Die nächtlichen Preisexplosionen begründen sich hauptsächlich dadurch, dass freie Tankstellen nachts in der Regel geschlossen bleiben. Damit haben die Markentankstellen in der Nacht eine Art Monopolstellung, die sie durch die hohen Benzinpreise ausnutzen.

Insbesondere zeigen sich die extremen Preisunterschiede, wenn die Tankstellen nicht in direkter Konkurrenz stehen. Noch teurer wird es, wenn keine Jet-Tankstelle in der näheren Umgebung ist. Im 24-h-Check kostet der Liter Benzin bei Jet durchschnittlich etwa fünf Cent weniger. Liegen die Konkurrenten hingegen in direkter Nähe, wie beispielsweise in einem Stadtzentrum, halten diese meist einen Preisunterschied von etwa einem Cent ein.

 

Unmut auch bei den Tankstellenpächtern

Die starken Schwankungen der Spritpreise gehen nicht nur zu Lasten der Autofahrer, auch die Tankstellenpächter sind genervt. Viele Autofahrer nutzen die starken Preisunterschiede zu den verschiedenen Tageszeiten natürlich aus und fahren insbesondere nachmittags und abends an die Zapfsäulen an. Die Pächter bleiben als Konsequenz auf ihrem Frühstücksgeschäft sitzen. Und abends wird generell weniger gekauft, denn Fahrer befinden sich auf dem Weg nach Hause. Nach Angaben des Bundesverbandes für Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche erwirtschaften die Tankstellen  57 Prozent ihrer Einnahmen aus dem Shopgeschäft und nur 18 Prozent aus den Provisionen für den Kraftstoffverkauf. Der Rest entfällt auf Dienstleistungen und Nebengeschäfte.

 

Tankstellenpreise im Vergleich: Benzinpreise
© ADAC hhttps://presse.adac.de

 

Tankstellenpreise im Vergleich: Dieselpreise
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