Der Reifenwechsel wird zunehmend komplizierter

Der Reifenwechsel steht zweimal im Jahr an
 
Der Reifenwechsel am Fahrzeug beschäftigt fast jeden Fahrer zweimal im Jahr. Dabei ist der rechtzeitige Wechsel entscheidend für die Fahrsicherheit und beeinflusst zusätzlich die Leistungsfähigkeit des Autos. Einen gesetzlichen Rahmen für den genauen Zeitpunkt gibt es allerdings nicht. Das Thema Reifenwechsel ist oft eine Geschichte voller Missverständnisse und Fragen. Deshalb wollen wir zur Höchstzeit des Reifenwechsels ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

 

Ist der Reifenwechsel Pflicht?

Wann sollte man die Reifen wechseln?

Was kostet ein Reifenwechsel und wie lange dauert er?

Muss ich die Räder Auswuchten?

Muss ich die Reifen nachziehen?

Kann ich die Reifen selber wechseln?

Wie lagert man die Reifen richtig?

Sind Allwetterreifen zu empfehlen?

 

Ist der Reifenwechsel Pflicht?

Ja. Allerdings ist in der StVO kein konkreter Zeitraum angegeben, in Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass die Pflicht abhängig ist von den Wetterverhältnissen. Diese Regelung gilt für alle Kraftfahrzeuge, auch Motorräder. Eine Ausnahme gilt für forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Wer gegen die Winterreifenpflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie einem Punkt im Verkehrszentralregister rechnen. Bei einer Behinderung des Verkehrs durch falsche Bereifung erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro.

Wann sollte man die Reifen wechseln?

Generell wird empfohlen sich an der Eselsbrücke „von O bis O“ zu orientieren. D.h. man sollte von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fahren. Allerdings ist auch das natürlich nur eine grobe Orientierung für die Autofahrer. Experten raten erst auf Winterreifen zu wechseln, wenn die Temperaturen konstant unter sieben Grad Celsius liegen. Gleiches gilt in umgekehrter Logik für den Wechsel auf Sommerreifen.

Was kostet ein Reifenwechsel und wie lange dauert er?

Kaum eine Service-Leistung rund ums Auto weist so starke Preisschwankungen auf wie der Reifenwechsel. Laut einer Untersuchung des ADAC bewegen sich die Preise innerhalb einer Spanne von 12 und 58 Euro, ohne Auswuchten und Lagerung. Die günstigste Alternative in deiner Nähe findest du mit Drivelog, bei uns gibt es den Reifenwechsel ab 14,99 Euro. Der Reifenwechsel dauert etwa 20 bis 30 Minuten.

Reifenwechsel zum Festpreis bei Drivelog.de
Werkstattangebote für den Reifenwechsel findest du bei Drivelog ab 14,99 €.

Muss ich die Räder Auswuchten?

Das Auswuchten der Räder kann beim Wechsel notwendig werden, denn eine entsprechende Unwucht führt zu einer ungleichmäßigen Abnutzung des Profils. Dadurch können Schäden am Fahrzeug entstehen und der Fahrkomfort wird beeinträchtigt.

Beim Auswuchten selbst werden die Räder in eine spezielle Auswuchtmaschine gespannt und in eine Rotation versetzt. Über Sensoren kann dann festgestellt werden, ob Unwuchten bestehen. Anschließend werden die Räder mit kleinen Gewichten austariert, so dass das Auto gleichmäßiger über die Fahrbahn Rollen kann.

Muss ich die Reifen nachziehen?

Es ist keine Pflicht die Radschrauben nachzuziehen, die Werkstatt empfiehlt dies jedoch nach 50 bis 100 Kilometern. Denn nach jedem Radwechsel entsteht das potentielle Risiko, dass die Schrauben sich lösen. Dieser Service ist in der Werkstatt in der Regel kostenlos.

Kann ich die Reifen selber wechseln?

Grundsätzlich kann man die Reifen natürlich selbst wechseln, denn wirklich schwer ist es nicht. Allerdings kann man viel falsch machen und das kann weitreichende Folgen haben. Eine Anleitung zum Wechseln der Reifen findet sich jeweils im Handbuch des Fahrzeuges.

Problematischer wird es allerdings bei neueren Fahrzeugen. Denn ab dem 01.11.2014 sind für alle Neufahrzeuge sogenannte Elektrische Reifendruckkontrollsysteme Pflicht. Hierbei muss unterschieden werden zwischen direkten und indirekten Systemen. Sind indirekte Reifendruckkontrollsysteme verbaut, bleibt beim Reifenwechsel alles beim Alten, allerdings ist die Funktionsweise nur wenig verbreitet. Meistens werden direkte Kontrollsysteme verbaut, hierbei wird der Reifendruck über Sensoren am Ventil ermittelt. Diese Sensoren müssen beim Reifenwechsel entsprechend auch gewechselt bzw. eingebaut werden. Um eine reibungslose Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, solltest du in deinem eigenen Interesse auf den Wechsel zu Hause verzichten. Denn zum Programmieren und Resetten der Sensoren wird neben dem entsprechenden Fachwissen auch Spezialwerkzeug benötigt.

Wie lagert man die Reifen richtig?

Die richtige Einlagerung der Reifen ist besonders wichtig, denn Fehler können die Lebenserwartung der Reifen stark verringern. Vor der Einlagerung sollten Reifen auf Fremdkörper sowie Beschädigungen untersucht werden. Sollen die Kompletträder eingelagert werden, müssen zusätzlich auch die Felgen begutachtet werden. Auftretende Roststellen sollten unbedingt vorher beseitigt werden, damit sich die betroffene Stelle nicht vergrößert. Bevor die Reifen eingelagert werden, sollte man diese kennzeichnen. Dadurch können die Räder in der nächsten Saison achsweise getauscht werden (also vorne links nach hinten links, etc.). Mit dieser Vorgehensweise wird dem ungleichen Abfahren der Reifen vorgebeugt.

Generell sollten Autoreifen dunkel, trocken und kühl gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung beispielsweise beschleunigt den Alterungsprozess der Gummimischung, dadurch werden die Reifen schneller porös. Bei der richtigen Position der Räder muss unterschieden werden zwischen Reifen ohne Felgen und Kompletträdern.

  • Reifen ohne Felgen sollte man stehend lagern und alle sechs Wochen etwa um ein Viertel drehen.
  • Kompletträder sollte man liegend und übereinandergestapelt lagern.

Sind Allwetterreifen zu empfehlen?

Sogenannte Allwetter- bzw. Ganzjahresreifen etablieren sich immer mehr und sind eine Mischung aus den Eigenschaften der Sommer- und Winterreifen. Dadurch kommt der Autofahrer das ganze Jahr ohne Reifenwechsel aus und spart dadurch die Kosten für den zweiten Reifensatz sowie Wechsel- und Einlagerungskosten. Neben den praktischen Vorteilen der Reifen, gibt es einen grundsätzlichen Nachteil, denn am Ende sind sie eben nur ein Kompromiss zwischen beiden Reifenarten. Dadurch sind sie zwar durchaus in milderen Regionen geeignet, wohnt man aber in Gegenden mit extremen Wetterausschlägen, sollte man auf Ganzjahresreifen verzichten. Konkrete Nachteile der Allwetterreifen sind ganzjährig ein höherer Verbrauch und Verschleiß, ein verlängerter Bremsweg bei Schnee und Eis sowie ein verändertes Kurvenverhalten im Sommer.