Automatisiertes Fahren und Datenschutz

Datenschutz
 

Wir schreiben das Jahr 2017. Bereits heute speichern moderne Fahrzeuge wie beispielsweise des Automobilherstellers BMW gut 25 Gigabyte Daten je Fahrstunde. Den Verbrauchern und deren Schützern stellt sich nun natürlich die naheliegende Frage nach deren Verwendungszweck. Wie kann der Datenschutz den Entwicklungen entsprechend angepasst werden? Das erfährst du hier.

Warum die Speicherung?

Moderne Fahrzeuge scheinen nach und nach immer mehr zu Supercomputern auf Rädern zu mutieren. Sie sollen unter anderem durch die Speicherung von Umgebungsdaten die Mobilität der Zukunft komfortabler und sicherer gestalten. Dennoch drängt sich mit jeder neuen Entwicklungsstufe wieder die Frage nach dem Datenschutz in den Vordergrund.

Mit fortschreitenden Technologien wird er nämlich beinahe täglich vor neue Herausforderungen gestellt. Es werden nämlich nicht nur Umgebungen, sondern ebenfalls das Fahrverhalten sowie präferierte Routen analysiert und gespeichert. Gespeicherte Daten können jedoch – wer hätte es gedacht – nicht nur zum Schaffen einer sichereren Verkehrslage genutzt werden.

Was erhoffen sich verantwortliche Unternehmen?

Das weltweite Verkehrsvorkommen scheint Jahr für Jahr immer weiter anzusteigen. Eine zukünftig weiter digitalisierte Mobilität könnte diesem Verkehrschaos Linderung verschaffen. Eine effektive Datenerhebung spielt hierfür eine entscheidende Rolle. Sie ermöglicht erst automatisiertes und vernetztes Fahren und stellt somit einen ersten Schritt der potentiellen Abhilfe dar.

Die Echtzeitauswertung aller Verkehrsdaten könnte beispielsweise Unfälle vermeiden oder vor potentiellen Staus warnen, bevor diese überhaupt entstehen. Moderne Fahrzeuge besitzen zum Teil bereits die Fähigkeit Daten zu erheben, die in ihrem Volumen je Fahrstunde in etwa fünfzehn gestreamten HD-Filmen entsprechen.

Mit diesem Fortschritt in der Datenerhebung einhergehend sehen Unternehmen eine Vielfalt von Möglichkeiten für neuartige Geschäftsmodelle. Denn Datenschutz hin oder her, Car-Sharing Anbieter wie DriveNow und Co. wären ohne besagte Entwicklungen undenkbar.

Das Problem mit dem Datenschutz

Über die Speicherung der Daten bezüglich Spritverbrauch und Zustand der Fahrzeugkomponenten hinaus besteht auch die Möglichkeit der Auswertung von Daten zum Fahrverhalten sowie zu ein- und ausgehenden Anrufen und vielem mehr. Spätestens hier sollten die Alarmglocken läuten.

Jedoch muss mit dem Datenschutz auch vorsichtig umgegangen werden. Denn unter anderem diese Befunde können aus versicherungstechnischen Gründen von beträchtlicher Relevanz sein. Sie verleihen Aufschluss darüber, ob der Fahrer oder das Fahrzeug selbst – beispielsweise in einem Unfallszenario – die Verantwortung trug.

Die Politik zum Datenschutz

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will zwar die Gesetzeslage dahingehend anpassen, jedoch steht bis Dato ja nun noch nicht wirklich fest, was uns überhaupt konkret erwartet. So erfährt Dobrindt beispielsweise auch Kritik von Seiten der Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff (CDU).

Frau Voßhoff merkt an, dass die Blackbox – eine Idee zur Datenerhebung, ähnlich der Blackbox im Flugzeug – ungewollt als eine Art Hintertür fungieren könne, um Privatfahrzeugen ein digitales Fahrtenbuch oder ähnliches aufzuzwingen. Außerdem empfiehlt sie, die zu speichernden Daten auf Positions- und Zeitangaben zu beschränken.