Auto- gegen Fahrradfahrer – Der Verkehrskrieg

Fahrradfahrer
 

Es ist ein Kampf, der schon ebenso lange zu bestehen scheint wie das Automobil selbst. Die Auto- gegen die Fahrradfahrer. Jeder von ihnen scheint nur seine eigenen Interessen im Blick zu haben. Doch ist das wirklich nötig? Und was kann man dagegen tun?

Wer hat angefangen?

Die meisten Fahrradfahrer, denen man als Autofahrer auf den Straßen deutscher Innenstädte begegnet, schlängeln sich überall durch, wo es nur geht. Derartiges Verhalten sorgt bei den Autofahrern nicht nur für Wut und Empörung, sondern bringt diese zum Teil auch in unangenehme Situationen, da sie im Zweifelsfall schnell die Schuld für mögliche Unfälle bekommen.

Gerade in der Hauptstadt macht das Autofahren im inneren Ring nur noch in den aller seltensten Fällen wirklich Spaß. An so ziemlich jeder Kreuzung muss man aufpassen, ob nicht doch noch einer aus dem toten Winkel geschossen kommt. Sie kommen aus dem Nichts und sind auch ebenso schnell wieder verschwunden.

Die Autofahrer hingegen blockieren ausgewiesene Fahrradwege, indem sie diese zum Parken missbrauchen und somit nicht nur die Fahrradfahrer, sondern ebenso die eigenen Mitstreiter in beträchtliche Gefahr bringen. Denn irgendwo hin muss man schließlich auch mit dem Fahrrad ausweichen.

Es ist ein Geben und Nehmen. Dementsprechend töricht wäre es auch, einer der beiden Parteien die komplette Schuld zuzuschreiben. Denn ob Auto- oder Radfahrer: unachtsame Teilnehmer gibt es auf beiden Seiten. Wie so oft ist auch hier eine Pauschalisierung der Charaktere fehl am Platz.

Was steht einer Schlichtung im Weg?

Auf deutschen Straßen gibt es nicht nur zu viele Autos. Auch die Fahrradfahrer scheinen für die vorhandenen Radwege zu viele zu sein. Kiel geht hierbei mit einem recht guten Beispiel voran. Hier findet sich nämlich ein großzügiges Netz aus Radwegen, welches unter anderem verhindert, dass die Widersacher sich in die Quere kommen.

In anderen Städten gibt es hier aber natürlich einen Aufschrei. Neue Fahrradwege heißen nämlich in der Regel gleichzeitig weniger oder schmalere Spuren für Autofahrer. Für viele würde das einen längeren Weg zur Arbeit oder ein komplettes durcheinander in Zeit- und Streckenplanung bedeuten.

Ein Anfang

Um ein Zeichen zu setzen positionierte der Kölner Kommunalpolitiker Thomas Geffe sein Fahrrad auf der Fahrbahn. Hier posierte das Rad für ein Foto – daran befestigt ein Schild mit der Aufschrift „Nur kurz zum Bäcker“. Als eine Art Gegenschlag soll diese Aktion auf das Problem der auf Fahrradwegen parkenden Pkw aufmerksam machen.

Verkehrskrieg
Quelle: https://twitter.com/megarosaelefant/status/875985415777517568/photo/1

Ein in Deutschland auf dem Fahrradweg parkender Autofahrer erhält – sofern er erwischt wird – ein Bußgeld, welches in etwa so hoch ausfällt wie für normales Fehlparken. Dabei kommen in der Regel nicht mehr als 20 Euro je Verstoß zusammen. Jedoch scheint hierbei außer Acht gelassen zu werden, dass passierende Fahrradfahrer dem Hindernis ausweichen müssen.

Sie müssen sich unter die auf der Straße fahrenden Autofahrer mischen, was nicht nur bei Unachtsamkeit fatale Folgen haben kann.

Auch in Berlin wird an einer Schlichtung in Form von neuen Möglichkeiten für Fahrradfahrer gearbeitet. Geplant sind Radschnellverbindungen, die es den Radlern ermöglichen sollen unbeschadet und schneller von A nach B zu gelangen. Ende 2017 soll hierzu die endgültige Entscheidung fallen.

Moralisch überlegene Fahrradfahrer

Auf der anderen Seite muss man jedoch auch sehen, dass es nicht alleine bei den Autofahrern liegen kann. Es ist nicht nur die eigene Erfahrung, die hier spricht. Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2015 halten sich gut 25 Prozent der Berliner Radfahrer nach eigener Aussage nicht an Verkehrsregeln.

Die Bremse wird nur dann genutzt, wenn es gar nicht mehr anders geht und die Schuld wird im Zweifelsfall auf andere abgewälzt.

Es muss an einem Strang gezogen werden. Denn wie man deutlich sieht sind es nicht nur die Autofahrer, sondern beide Parteien, die für das gewohnte Stadtchaos sorgen.

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